Die  Entstehung der Narrenzunft "Zigeuner Untertalheim e.V"

 

Schon im Anfang des 20. Jahrhunderts gab es im Steinachtal närrisches Treiben und es wurde, unter anderem mit Bergpredigten und kleineren Umzügen, Fasnet gefeiert. In den fünfziger Jahren kamen weitere Fasnetsveranstaltungen sowie Umzüge mit Fußgruppen, Wagen und dem Strohbär dazu. Diese alte Fasnetsfigur war bis in die 70er Jahre auf den Untertalheimer Fasnetsumzügen zu sehen. Seit 2004 wird der Strohbär von zwei weißen Bären und zwei Treiber ersetzt. Nach diesen Umzügen fanden dann Narrenpredigten statt.

 

Im Jahre 1962 beschlossen dann einige Bürger eine Narrenzunft mit Narrenrat zu gründen, welche dann ab dem Jahre 1967 als e.V. geführt wurde.

Der Name der Zunft führt in der Geschichte ins Jahr 1806 zurück. Damals bildete die Steinach die Grenze zwischen Württemberg und Vorderösterreich. Das Steinachtal war also der ideale Lagerplatz für das fahrende Volk. Kam der Büttel, so wechselten die „Zigeuner“ auf die andere Seite des Baches. So brauchten sie keine Steuern zu zahlen. Die Grenze gibt es heute nicht mehr, geblieben aber ist der Name „Zigeunerdäle“ und die Narrenzunft mit ihrem Büttel.

 

Wie nun der Name zeigt, sind die Leitfiguren der Untertalheimer Fasnet die „Zigeuner“, welche bei den Fasnetsumzügen mit ihren Paaren unter schönen Holzlarven und in ihren farbenprächtigen Kleidern ein herrlicher Anblick sind.

 

1963 entstanden die Waldhexen. Sie treiben der Sage nach ihr Unwesen vom Hexenloch bis in den Raidwald aus. Mit ihren schönen unterschiedlichen Holzlarven und dem selbstgeschnittenen Besen treiben sie auch heute noch zur Fasnetszeit ihren wilden Spuk.

 

Seit 1977 bereichern  die „Grundmännle“ die Fasnet. Hier wird vor allem den Narrensamen die Möglichkeit geboten, schon frühzeitig unter der Maske zu laufen. Nach alter Überlieferung kamen die Männlein aus einer Spalte am Fohl Berg in der Nacht hervor und streiften durchs Dorf, wobei sie nicht nur allerhand Schabernack trieben, sondern hier und da mit fleißigen Händen den Bürgern einige Arbeiten über Nacht abnahmen. Unsere Grundmännle tragen hölzerne Larven und fellartige Umhänge mit gekreuzten Schellenriemen.

 

Nicht mehr wegzudenken ist die Zigeunergruppe. Sie treten unmaskiert seit 1962 als Zigeunerinnen und Zigeuner mit Kratten und Handwagen auf und verteilen Kleinigkeiten.

Weitere Aktive sind seit 1995 unsere Minis und seit 1967 das Zigeunerballett. Sie tragen wunderschöne Zigeunerröcke und weiße Blusen.

Die Zunfträte kleiden sich auch in Zigeunertracht mit Rüschenblusen und Weste sowie mit einem Zigeunerhut.

Seit 2008 sind die Bucheleweible bei der Narrenzunft „Zigeuner“ Untertalheim e.V. als neue Gruppe. Die Bucheleweible wurden im Jahre 2000 in Obertalheim gegründet, der Sage nach ist dies auf eine Wirtin zurückzuführen die Wein mit Wasser gestreckt haben soll. Als die Wirtin zur Strafe starb, hörten Buchelesammler im Buchelegraben fortan das wehleidige Gejammer der Wirtin „ Drei Schoppen Wein und ein Schoppen Wasser geit au a Maß“.